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Über uns und unsere Gliederung

Entstehung der Alt-Stockacherinnen

Auszug aus der Chronik von Alfred Eble

Nach dem großen Narrentreffen in Stockach im Jahre 1933, an welchen von einigen Zünften auch Frauen in Tracht teilnahmen, wollte man in Stockach fortschrittlich sein und neue Elemente in die Stockacher Fasnacht einbringen. Dadurch sollte nicht nur das Gesamtbild profitieren, sondern man wollte speziell für die Frauen etwas tun.

August Rettich, Narrenrichter von 1932-1945, zusammen mit Altgerichtsnarr Adolf Herrmann und Gerichtsnarr Richard Schneider, berieten unermüdlich über neue Möglichkeiten.

Man erinnerte sich, dass Stockach seit 1465 zu Österreich gehörte. In den vorderösterreichischen Städten trugen die Frauen bis ins 18.Jahrhundert an Sonn- und Feiertagen eine Tracht, und dies muss auch in Stockach so gewesen sein.

Und schon war die Idee geboren, die Alt-Stockacherin in der vorderösterreichischen Bürgerinnentracht auferstehen zu lassen, jedoch nur an Fasnacht denn man wollte keinen Trachtenverein schaffen, sondern eine Figur für die Fasnacht und zwar speziell für die Frauen und Mädchen.

Am 04.Februar 1934 wurde anlässlich eines großen Narrenabends die Alt-Stockacherin erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Gründungsmitglieder

Frau Augusta Rettich, Frau Frieda Lang, Frau Maria Engstler, Frau Lydia Jäger und Frau Emilie Merz waren die ersten Alt-Stockacherinnen.

Jedes Jahr schlossen sich mehr Frauen dieser schönen Fasnachtsgruppe an. 1935 waren es bereits 11 Alt-Stockacherinnen. 1936 beim Narrentreffen in Überlingen wurde die Alt-Stockacherin erstmals auswärts getragen.

In den ersten Jahren des Bestehens war die Gruppe nur ein loser Zusammenschluss. Man traf sich einmal im Jahr kurz vor der Fasnacht oder auch nur zur Fasnachtszeit um am Narrenbaumsetzen und an sonstigen Veranstaltungen teilzunehmen.

Mit größer werdender Mitgliederzahl wurde eine gewisse Organisation immer mehr erforderlich.

Von 1948 – 1959 leitete Lina Spiegelhalter die Gruppe, während Emilie Merz für die originalgetreue Anfertigung der Tracht verantwortlich war.

1960 wurde durch den damaligen Narrenrichter Friedrich Dandler in einer Vollversammlung erstmalig Frau Rösle Fischer das Amt der Gliederungsführerin übertragen. Frau Fischer leitete die Gruppe mit viel Geschick, Engagement und großer Umsicht 16 Jahre lang.

Im Jahre 1976 wurde die Gruppe eine eigenständige Gliederung des Hohen Grobgünstigen Narrengerichts mit eigener Satzung. Seit diesem Jahr verleiht die Gruppe auch eine von Rösle Fischer geschaffene Brosche an Mitglieder, die der Gruppe 25 Jahre aktiv angehören; wenig später wurde die Zeit auf 20 Jahre verkürzt.

Am 04.02.1976 konnten erstmalig 21 Broschen verliehen werden.

1981 wurde dann das Probejahr für Bewerberinnen in die Satzung mit aufgenommen. In diesem Jahr haben beide Parteien die Möglichkeit zu prüfen, ob einer aktiven Mitgliedschaft nichts mehr im Wege steht.

1995 änderten die Alt-Stockacherinnen ihre Satzung und wurden ein gemeinnütziger Verein mit dem Zweck zur Förderung und Pflege der traditionellen Stockacher Fasnacht.

2009 durften die Alt-Stockacherinnen zusammen mit der Hänsele Gruppe ihr 75 jähriges Bestehen feiern.

Bewerbungen bei den Alt-Stockacherinnen

Bewerben kann sich jede unbescholtene Stockacher Bürgerin auch Minderjährige. Das Aufnahmegesuch muss schriftlich erfolgen und bis spätestens einen Tag vor Sonntag Lätare bei der Gliederungsführerin eingehen.

Den Bewerberinnen über 18 Jahren wird eine Probezeit von 1 Jahr auferlegt.

In dieser Zeit darf sie am vielseitigen Vereinsleben teilnehmen, mit einer Ausnahme, die Tracht darf noch nicht getragen werden.